Freiwillige Feuerwehr Saalburg

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200 Jahre Feuerlöschwesen Saalburg

Es war einmal…

Ja, 1822 war es, als es Streitigkeiten darüber gab, wie die Bediener der vorhandenen Feuerspritze in Saalburg entlohnt werden sollten und „die Bedienung der Feuerspritzen offenbar als eine Communalverbindlichkeit und Gemeindelast in der Bürgerpflicht mit begriffen ist“ (schwieriges Deutsch damals). Dieses Schriftstück ist das älteste, das wir im Staatsarchiv in Greiz finden konnten. Es belegt das Vorhandensein einer Feuerspritze in Saalburg und ist für uns Grund genug, unser 200-jähriges Feuerlöschwesen zu feiern.

Aus diesem Anlass findet der Kreisfeuerwehrtag des Jahres 2022 am 25. Juni in Saalburg statt. Der Tag beginnt 9.30 Uhr mit der Verbandsversammlung im Sportlerheim, geht ab 13.00 Uhr zum Kreisausscheid im Löschangriff auf dem Sportplatz über und mündet nach der Siegerehrung in einer Festveranstaltung am Abend im Sportlerheim. Hier soll vor allem den aktiven Kameradinnen und Kameraden gedankt werden, aber auch den Vereinsmitgliedern, die die aktive Wehr unterstützen, wo es nur geht. Wir werden bei gemütlichem Beisammensein in alten und aktuellen Zeiten schwelgen…

 


Hier ein kurzer historischer Abriss:

Die oben genannte Urkunde gab uns Anlass, die Entwicklung des Feuerlöschwesens in Saalburg genauer zu betrachten. Bei der Suche nach den Anfängen stießen wir auf Überlieferungen aus dem alten Stadtbuch und Recherchen des Pfarrers Hasselbacher und schließlich auf das Jahr 1822, mit der Erwähnung der Feuerspritze und einer Mannschaft. Dieses recht frühe Zeugnis für eine organisierte Brandbekämpfung in Saalburg, bietet uns die Möglichkeit, die 800 Jahre der Saalburg mit 200 Jahren Feuerlöschwesen zu koppeln.

Freiwillige Feuerwehren in unserem heutigen Verständnis entstanden natürlich erst später, aber trotzdem war auch davor jeder Mann angetan, seinen Nachbarn zu helfen.

Das alte Stadtbuch beginnt hier wie folgt: „...ob Feuer, das Gott aber wende, Tags oder Nachts ausbreche, darüber man zum Sturm läuten oder schreien wird, darzu solle ein jeglicher Bürger ohne Säumnis mit Leitern, Hacken, Stünzen oder andern zugehörigen Gefäßen laufen, und ja mit ledigen Händen nicht kommen, auch getreulich helfen, dergestalt, daß man ihn als einen getreuen Nachbarn erkennen möge. ... Es soll ein jeglicher Bürger haben einen Zuber angenagelt an seiner Türe, darzu eine Leiter, zwo Kruken, einen Feuerhaken zu Notdurft des Feuers. Auch die Feuerprämie war damals schon bekannt. Wer die ersten Kufen mit Wasser zu dem Feuer führet, dem gibt man von der Stadt wegen zu Lohn 6 Groschen, dem anderen 3 Groschen und dem Dritten 2 Groschen. Wer aber den ersten Zuber mit Wasser darzu bringt, dem giebt man zween Groschen, dem andern 1 Groschen und dem Dritten ½ Groschen. Flachs und Hanf in der Stube zu dörren, war verboten, ingleichen soll niemand mit angezündeten Schleißen und Lichtern in die Höfe, Scheunen und Ställe und auf der Gassen gehen.“ 1

1 Haselbacher, R., Die vergessene Residenz, 1921, S. 59.

Saalburgs Lage auf dem Berg über der Saale stellte die Brandbekämpfung vor große Schwierigkeiten. Die Brände 1883 und 1884 trafen das Städtchen verheerend.

Trotzdem bauten die Einwohner alles wieder auf und mit der Feuerlösch-ordnung der Fürsten Reuß 1876 begann auch der Ausbau des Feuerlöschwesens. Die Löschwasser-versorgung stellte sich als größte Herausforderung dar. Hier kam der Berliner Baumeister und Leiter des Marmorwerks Heidecke ins Gespräch. Ihm ist es zu verdanken, dass Saalburg eine Wasserleitung mit Hydranten bekam.


Das 20. Jahrhundert gibt schon mehr Informationen zur Entwicklung des Feuerlöschwesens. So sind in den 20er Jahren auch Namen engagierter Feuerwehrleute wie Ortsbrandmeister Richard Müller bekannt. Die Zeit des Dritten Reiches ging auch an den Feuerwehren nicht spurlos vorüber. Neben Verlusten durch im Krieg gefallene Kameraden wurde die Feuerwehr durch das politische Regime missbraucht und sogar teilweise für Polizeiarbeit und den Luftschutz eingesetzt. Dabei musste stets die „Sollstärke“ gehalten werden, was nur durch Zwangsverpflichtung bzw. durch die sogenannte HJ-Feuerwehr möglich war.

Die 50er Jahre brachten dann in Saalburg für die Feuerwehr ganz andere Zeiten, denn es entstand als Kreislöschbereitschaft eine Art Berufsfeuerwehr. Hier wurde Pionierarbeit geleistet und aus den Reihen der ersten hauptamtlichen Feuerwehrleute gingen Persönlichkeiten hervor, die in der DDR nachhaltig das Feuerlöschwesen prägten. So gehörten zum Beispiel Gerhard Fiedler, der Leiter der Feuerwehrschule in Nardt oder Werner Ruhsam, Sektorenleiter Brandschutz beim Rat des Kreises in Schleiz zu diesen.


Die Wende 1989 gab weiter Impulse für die Entwicklung in den Feuerwehren. Nun entstanden Vereine, die die Arbeit der Feuerwehr unterstützten. Einer der ersten war der Saalburger Verein. Sein erster Vorsitzender, Horst Hermann, war sehr engagiert und einer der Initiatoren, die den Kreisfeuerwehrverband mit aus der Taufe hoben.

Inzwischen können wir auf über 30 Jahre Vereinstätigkeit zurückschauen und stolz sein, auf das, was Verein und aktive Wehr geschaffen haben. Daneben gibt es seit einigen Jahren eine gut funktionierende Kinder- und Jugendfeuerwehr, deren Betreuer das Interesse der Kinder und Jugendlichen für dieses Ehrenamt wecken, damit auch künftig die Sicherheit unserer Mitbürger durch flächendeckenden Brandschutz und Hilfeleistung bestehen bleibt.